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Intuitiv Essen


Vegan, vegetarisch oder vielleicht doch nur Rohkost?

Seitdem ich auf Instagram unterwegs bin, stoße ich immer wieder auf Menschen, die ihren veganen, rohköstlichen oder Eiweißlastigen Ernährungsstil bewerben. Dabei passiert es auch ab und zu, dass jemand zugibt, dass es ihm damit gar nicht (mehr) so gut geht.

 

Zu diesem Artikel hat mich die YouTuberin und Ernährungsberaterin Milena (milenasrezept) inspiriert, weil sie ganz ehrlich mit dem Thema Vegan und Nahrungsergänzungen umgeht. Mega sympathisch! Den Link zu ihrem Video darüber findest du: Hier.

 

Wie sieht es bei dir aus? Ernährst du dich nach einem Trend oder nach deinen Bedürfnissen?

 

Ich selbst habe es auch mal vegan und rohköstlich probiert. Ersteres habe ich ganze drei Monate "geschafft" und Rohkost habe ich nach sechs Wochen aufgegeben. Mir war einfach nur noch kalt und ich hatte richtig schlechte Laune.

 

Ernährung ist meiner Meinung nach eine ganz individuelle Sache. Im Laufe der letzten zwei jahren habe ich erkannt, dass es nicht Regeln und Verzicht, sondern Gefühl und Achtsamkeit sind, die mich gesund und glücklich machen.


Ich esse, wonach ich mich fühle.

In einem meiner vorherigen Artikeln habe ich dir einen groben Überblick darüber gegeben, was es so für Konstitutionstypen gibt (Teil 1/ Teil2).

 

Oft entscheiden diese, ich sage mal, "Grundeinstellungen" deiner Körperbeschaffenheit darüber, was du besser oder schlechter verträgst.

 

Herauszufinden, welche Mischung ich bin, hat mir persönlich sehr geholfen zu verstehen, warum ich manche Nahrungsmittel und Temperaturen einfach besser vertrage als andere.

 

Rohkost ist für mich in der Kalten Jahreszeit kein guter Deal. Trotzdem integriere ich meinen grünen Smoothie und frischen Rucola so oft es geht in meinen Alltag.

 

An manchen Tagen allerdings sträubt sich etwas in mir, diese kalten und rohen Zutaten zu mir zu nehmen. Dann lasse ich es einfach und konzentriere mich auf die nährenden und wärmenden Nahrungsmittel, wie Kartoffeln, Pastinaken und Kürbis.

 

Von ihnen werde ich im Herbst und Winter regelrecht angezogen und ich könnte jeden Tag etwas in dieser Art essen. Dieser Intuition folge ich gerne, denn ich habe mit der Zeit verstanden, dass ich ruhig auf meine innere Stimme vertrauen kann. Sie sagt mir, was ich gerade brauche und was mir gut tut.

 

Dabei geht es nicht darum, sich damit einen Freifahrtschein für kiloweise Zucker und Fett zu lösen, sondern eine Verbindung mit seinen Bedürfnissen aufzubauen.

 

Diese Verbindung ist bei manchen schon immer da, andere haben diese vielleicht auf dem Weg des Lebens verloren. Da braucht es dann von Fall zu Fall etwas Zeit, diese eigene Intuition wieder spüren zu können.

 

Am besten funktioniert meine Verbindung zu meinen Bedürfnissen, wenn ich regelmäßig esse und damit vermeide, dass mein Blutzucker- und damit auch mein Hormonspiegel Karussell fahren. Zu lange Pausen zwischen den Mahlzeite oder zu viel Zucker auf einmal sind eher kontraproduktiv - und trotzdem kommt es vor! Was vollkommen in Ordnung ist.

 

Wenn sich allerdings öfter dieses Ungleichgewicht einschleicht und ich merke, dass ich gar nicht mehr richtig weiß, was ich brauche, dann übeprüfe ich, ob ich vielleicht auf seelischer Ebene etwas aufzuarbeiten habe oder mehr Zeit für mich benötige.


Warum ich keine veganerin bin.

Viele Menschen, denen ich erzähle, dass ich mich sehr für Gesundheit interessiere und Gesundheitsberaterin bin, fragen mich, ob ich Veganerin bin. "Ich würde gerne, aber ich könnte niemals", folgt dann meistens noch.

 

Scheinbar denken einige Menschen, dass eine vegane Ernährung sehr gesund, wenn nicht gar die gesündeste, ist. Mich wundert das nicht, wenn ich bedenke, wie oft und viel Fleisch, Eier und Milch mittlerweile verteufelt werden.

 

Ich bin kein Fan von Massentierhaltung, Pestiziden und anderen unfairen Praktiken. Deshalb kaufe ich so oft ich kann biologisch erzeugte, saisonale und regionale Produkte ein und gute Milchprodukte, Eier und Fleisch.

 

Ich sage immer gerne, dass ich mich 75-80 % vegan ernähre, der Rest ist intuitiv. Wenn ich Lust auf ein Ei habe, dann esse ich ein Ei. Wenn ich Lust auf Milch in meinem Kaffee habe, dann trinke ich sie. Fleisch esse ich tatsächlich sehr selten, nur alle 4-6 Wochen.

 

Interessanterweise habe ich dann aber auch so eine Lust darauf, dass es regelrecht in mir danach schreit, haha. Genußvoll ergebe ich mich dann aber auch meinen Bedürfnissen. Das ist doch auch das schöne am Leben, oder? Bewusster Genuß!

 

Viele in unserer westlichen Gesellschaft haben die Qual der Wahl und (so wie ich) ziemliche Luxusprobleme.

 

Ich bin dankbar, dass ich mich für die Lebensmittel von Demeter-Bauernhöfen entscheiden darf und immer das essen kann, worauf ich Lust habe.

 

Jeder darf sich so ernähren, wie er es für richtig für sich hält. Was ich immer empfehlen kann, ist es viel naturbelassene und unterschiedliche Kost zu verzehren, für reichlich klares Wasser zu sorgen und falls vegan die einzige Option ist, ein gutes Vitamin-B12 Präparat bei Bedarf zu sich zu nehmen.

 

Ich wünsche dir guten Appetit für deine nächste Mahlzeit und vielleicht nimmst du deine Essgewohnheiten in Zukunft etwas bewusster wahr, falls du es nicht ohnehin schon tust. Es lohnt sich auf alle Fälle und kann sich positiv auf deine Gesundheit auswirken!

Zum vorherigen Artikel geht es: Hier.