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Warum Yoga?


Über Einheit und dieses besondere Gefühl.

Heute ist Tag der deutschen Einheit. Diesen Artikel möchte ich deshalb dem Begriff Einheit widmen und zwar in Bezug auf Yoga.

 

Seit einiger Zeit bin ich auf Instagram unterwegs und ich muss gestehen, dass es mich gleichsam fasziniert und abschreckt. Vor allem, wenn es um Yoga geht. Es tummeln sich so einige sehr begabte Yogis auf diesem Kanal und andere, die es vielleicht einmal werden.

 

Ich verzichte bewusst auf fancy Bilder von mir in diversen Yoga-Posen, weil es mir hier und im echten Leben auch nicht um diese Posen geht, sondern um dieses bestimmte Gefühl der völligen schwerelosigkeit in mir, das während und auch nach einer Yoga-Einheit in mir aufkommt.

 

Ein Gefühl, das nicht nur meinen Körper umhüllt, sondern auch meinen Kopf und das, was da so drin abgeht.

 

Eine einfache Antwort auf die Frage "Was bedeutet Yoga für dich?" gibt es denke ich nicht. Dafür hat jeder seine eigene subjektive Meinung und seinen Erfahrungsschatz. Sehr gerne möchte ich heute mit diesem Artikel, lieber Leser, versuchen, meine ganz persönliche Version von Yoga zu erklären.


Om, Om, Om.

"Ooom" ist ein Laut, den viele sehr wahrscheinlich mit Yoga in Verbindung setzen. Diese heilige Silbe ist auch wichtiger Bestandteil der tausende Jahre alten Yoga-Philosophie und Praxis.

 

Ich weiß noch, als ich 2014 angefangen habe, bei einer symphatisch durchgeknallten Yoga-Lehrerin aus China Yoga-Unterricht zu nehmen.

 

Da war ich anfangs etwas irritiert von den Gesängen, die Teil der Unterrichtseinheiten waren. Im Laufe der Zeit haben diese Gesänge sich allerdings für mich und auch für andere zu einem angenehmen Ritual entwickelt. Weil man die Übungen immer mit "Om" begonnen und beendet hat.

 

Yoga ist für mich nicht nur körperlicher Sport im westlich-postmodernen Sinne, sondern eine Philosophie, die sich auch mit geistigen und übermenschlichen Dingen auseinandersetzt. Die göttliche Kraft (oder anders: die Kraft des Universums) sowie die Einheit von Körper und Seele im Hier und Jetzt, zum Beispiel.


"Yoga ist kein Olympia."

Der Satz "Yoga ist kein Olympia" hat es mir bei meiner chinesischen Yogalehrerin besonders angetan. Denn er fasst das zusammen, worum es bei Yoga für mich geht.

 

Es geht um dich und deine individuellen Stärken und Schwächen, die du in deinem Tempo überwinden, spüren oder begutachten darfst.

 

Es geht nicht um Konkurrenzkampf oder Oberflächlichkeiten - Wer kann es besser, schöner, verbogener?

 

Und weil Yoga für mich kein Konkurrenzkampf ist, sondern die einheitliche Beschäftigung mit mir selbst, ist es ein außergewöhnliches Mittel für mich, um loszulassen. Erst mit dem Körper, dann mit dem Geist oder umgekehrt. Je nachdem, was einem besser liegt: die Meditation oder die körperlichen Übungen.

 

Ich bin ganz klar der Typ, der erst durch die körperlichen Einheiten den Kopf frei bekommt. Schließlich ist eins der wichtigsten Dinge beim Yoga, den Atem in Einklang mit den Bewegungen zu bringen, tief und bewusst zu atmen und in seinen Körper hinein zu spüren.

 

Da ist es ganz schön hinderlich, darüber nachzudenken, was man gleich noch kochen soll oder warum diese oder jene Situation gestern so scheiße war. Wenn ich nicht ganz bei der Sache bin, merke ich es sofort, weil ich dann umkippe oder irgendein Körperteil auf einmal wehtut.

 

Aus persönlicher Erfahrung kann ich sagen, dass Yoga für mich etwas erweiterndes ist. etwas, das meinen Körper und Geist entspannt und gleichzeitig stärkt. Die tiefen Atemzüge im Gleichklang meiner Bewegungen und die kleinen Gesangseinheiten zwischendurch erden mich, obwohl sie mich paradoxerweise schwerelos machen.

 

Yoga ist kein Sport, keine esoterische Duselei oder Konkurrenzkampf, sondern das, was du selbst daraus machst. Ich kann jedem empfehlen, seine eigene Version von Yoga zu Kreieren.

 

der Gedanke von Einheit, vom einheitlichen Fluss des eigenen Lebens sowie die gleichzeitige Stärkung und Entspannung des Körpers und des Geistes kann sehr wertvoll sein. Besonders in unserer heutigen Gesellschaft, die durchzogen ist mit Anhaftungen, Konkurrenzkampf und fehlender Bewegung.

 

Mein Tipp am Ende: Falls du, lieber Leser, nun Lust bekommen hast, mit Yoga zu beginnen, dann kann ich empfehlen, eine fähige Lehrerin oder einen fähigen Lehrer in einem Kurs zu besuchen. Das kann dich vor Frustration und Verletzungen schützen. Viel Spaß dabei und Namaste!

Zum vorherigen Artikel geht es: Hier.